Am 23. Februar 2026 jährte sich Heidelbergs Städtepartnerschaft mit der auf der Krim liegenden Stadt Simferopol zum 35. Mal.
Zu diesem Anlass organisierte Gerd Guntermann in Kooperation mit dem Gloria Kino Heidelberg und der Heidelberger Amnesty Hochschulgruppe eine Vorführung des Filmes “Wiederkehr” (im engl. “Return”) der Filmemacherin Katja Fedulova mit anschließendem Q&A mit der digital zugeschalteten Regisseurin.
Der einstündige Dokumentarfilm, welcher 2021 gedreht wurde, begleitet zwei krimtatarische Frauen in ihrem damaligen Alltag.
Mumine und Maje sind Ehefrauen zweier der Männer, die bei Gerichtsprozessen zu je 14 und 16 Jahre Haft verurteilt worden sind.
Das Urteil: Es handle sich bei ihnen um Angehörige einer terroristischen Gruppierung.
Sie sollen 2014 nach der Annexion der Krim durch russisches Militär öffentlich terroristisch gehandelt haben. Sie befanden sich zum Beten in der örtlichen Moschee, denn so wie viele der damaligen Bevölkerung, sind sie krimtatarische Menschen muslimischen Glaubens.
Die Gefangennahmen krimtatarischer Aktivist:innen und Bürger:innen, die häufig aufgrund des Vorwurfes der Zugehörigkeit zu Hizb ut-Tahrir, einer in der Ukraine legalen islamischen Bewegung, erfolgt, werden von Amnesty als rechtswidrig eingestuft.[1]
Der Film zeigt deutlich wie nicht nur die Gefangenen und Opfer solcher Urteile, welche trotz mangelnder Beweise in menschenunwürdigen Bedingungen gefangen gehalten werden, sondern auch ihre Angehörigen darunter leiden.
Im auf den Film anschließenden Q&A mit der Regisseurin wurde klar, noch heute befinden sich diese Männer in russischer Haft, noch heute sind sie diesen menschenunwürdigen Bedingungen ausgesetzt.
Das Sehvermögen einer der Ehemänner, hat sich wegen des mangelnden Lichts, sowie der Enge der Zelle, in der er Gefangener ist, drastisch verschlechtert. Seine Zähne hat er weitgehend verloren, da das rechtzeitige Dazuziehen ärztlicher sowie zahnärztlicher Hilfe untersagt wurde. Seine allgemeine Gesundheit litt also bereits deutlich.
Die im Film thematisierten Männer stehen exemplarisch für viele weitere krimtatarische Inhaftierte, die mit ihnen verurteilt wurden.
Hinter diesen Gefangenen stehen hinterbliebene Familien. Laut Mumine Saliyeva, welche nicht nur eine der Protagonistinnen des Filmes, sondern auch selbst Aktivistin ist, sind es 252 Kinder, die unter den Gefängnisstrafen ihrer Väter und Mütter leiden.[2]
Amnesty sammelt Unterschriften für eben solche Gefangene und verschickt diese Petitionen direkt an die russische Regierung.
Auch wir haben an eben diesem Montag Unterschriften der anwesenden Heidelberger sammeln können und hoffen nun, dass wir so dazu beitragen können, dem Leiden der Menschen, deren Rechte in Gefangenschaft Russlands eingeschränkt werden, ein Ende setzen zu können.
Weitere Informationen, sowie die Petition finden Sie in den folgenden Links, welches Sie zu entsprechenden Seiten von Amnesty International leiten:
Repressionen auf der Krim | 12.09.2025
Russland/Ukraine | Aktion für Emir-Usein Kuku | Aug-Sept 2025
Ukraine 2024 | Amnesty International Report 2024/25 | 29.04.2025



[1] 16 Jahre Strafkolonie für nichts | Amnesty International
[2] Children of citizen journalists left without guardianship due to russian repressions in Crimea • NUJU
