Briefmarathon

In der Woche vom 10. Dezember hat auch unsere Hochschulgruppe beim jährlichen Briefmarathon von Amnesty International teilgenommen. Durch Stände in den Mensen und bei verschiedenen Instituten haben wir so mit Hilfe von vielen fleißigen Schreibern knapp 1200 Briefe gegen Menschenrechtsverletzungen verschickt.

Unter dem Motto „Schreib für die Freiheit“ wurden auch in diesem Jahr Millionen von Briefen weltweit gegen konkrete Menschenrechtsverletzungen geschrieben.

Weitere Infos unter https://www.amnesty.de/briefmarathon

Konkret richteten sich unsere Briefe gegen folgende Menschenrechtsverletzungen:

Iran: Atena Daemi

Atena Daemi war so mutig, auf Facebook und Twitter die hohen Hinrichtungszahlen im Iran zu kritisieren. Sie verteilte Flugblätter gegen die Todesstrafe und nahm an einem friedlichen Protest gegen die Hinrichtung einer jungen Frau teil. Ein Gericht sah darin „Beweise“ für Straftaten und die Abkehr vom Islam. Es verurteilte Atena Daemi in einem unfairen Prozess zu sieben Jahren Haft. Atena Daemi wurde in der Haft geschlagen, mit Pfefferspray traktiert und 51 Tage in Einzelhaft genommen. Trotzdem lässt sie sich nicht davon abbringen, ihre Menschenrechte zu verteidigen.

In einem Brief aus dem Gefängnis schrieb sie: „Meine Stimme kann durch grausame und ungerechte Handlungen nicht zum Schweigen gebracht werden.“ In diesem Jahr trat sie in den Hungerstreik, um gegen die Verurteilung ihrer „in Sippenhaft genommenen“ Schwestern zu protestieren. Atena Daemis Gesundheitszustand hat sich in der Haft dramatisch verschlechtert. Sie leidet an Schwindel, Erbrechen, Blutdruckschwankungen und Nierenschmerzen. Die Gefängnisbeamt_innen gewähren ihr jedoch keine angemessene Gesundheitsversorgung.

https://www.amnesty.de/atena-daemi-sofort-freilassen?ref=24276

Ukranie: Vitalina Kowal

Für den Internationalen Frauentag 2018 plante Vitalina Koval in Uschhorod eine Demonstration. Sie sprach im Vorfeld mit der Polizei, die ihr zusicherte, für den Schutz der Veranstaltung zu sorgen. Doch als die Demonstration stattfand, tauchte eine Gruppe Rechtsextremer auf, griff die Teilnehmenden gewaltsam an und bewarf sie mit roter Farbe. Vitalina Koval erlitt Verätzungen an den Augen und musste im Krankenhaus behandelt werden. Die Polizei nahm die Angreifer fest, ließ sie aber kurz darauf wieder frei. In den folgenden Tagen erhielten Vitalina Koval und andere Personen, die an der Demonstration teilgenommen hatten, Drohungen; zwei Aktivisten wurden auf der Straße verfolgt und geschlagen. Die Behörden haben die Vorfälle bis heute nicht gründlich untersucht. Rechtsextreme Gruppen greifen in der Ukraine vermehrt Menschen an, die sich für Frauenrechte und für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans- und Intergeschlechtlichen einsetzen.

https://www.amnesty.de/vitalina-koval-braucht-schutz?ref=24276

Brasilien: Marielle Franco

„Sie war furchtlos, sie hat sich nie versteckt und stand immer an vorderster Front.“ So schildert Marielle Francos Vater seine Tochter. Die beliebte Kommunalpolitikerin wuchs in einem Armenviertel von Rio de Janeiro auf und kämpfte gegen soziale Ungerechtigkeit und Gewalt in der Stadt. Sie prangerte rechtswidrige Tötungen von Polizei und Militär an und kämpfte für die Rechte von schwarzen Frauen, jungen Menschen, Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Trans- und Intergeschlechtlichen. Am 14. März 2018 erschossen Unbekannte die Stadträtin und ihren Fahrer, Anderson Pedro Gomes, in ihrem Auto. Vieles deutet darauf hin, dass der Mord von Profis verübt wurde. Die Munition stammte nach Einschätzung von Experten aus dem Arsenal der Bundespolizei. Wer sich in Brasilien für die Menschenrechte engagiert, riskiert sein Leben. 2017 wurden mindestens 70 Aktivistinnen und Aktivisten getötet. In vielen Fällen gibt es keine Ermittlungen, und die Verantwortlichen werden nicht zur Rechenschaft gezogen.

https://www.amnesty.de/gerechtigkeit-fuer-marielle-franco?ref=24276

Südafrika: Nonhle Mbuthuma

Das Bergbauunternehmen Transworld Energy and Mineral Resources (TEM) will Titan in der Provinz Ostkap abbauen. Auf dem Land, wo die Mine entstehen soll, leben traditionell etwa 5.000 Amadiba. Sollte die Mine genehmigt werden, droht ihnen die rechtswidrige Vertreibung. Die Amadiba würden ihre Häuser und ihre Existenzgrundlage verlieren und müssten ihre traditionelle Lebensweise aufgeben. Um dies zu verhindern, hat Nonhle Mbuthuma gemeinsam mit anderen Mitgliedern ihres Volkes das „Amadiba Crisis Committee“ gegründet, dem Menschen aus fünf Dörfern angehören. Sie führt den Widerstand gegen das Bergbauunternehmen an und wird seit der Gründung des „Amadiba Crisis Committee“ ständig eingeschüchtert und bedroht. 2016 ist einer ihrer Mitstreiter erschossen worden. Nonhle Mbuthuma steht ebenfalls auf einer „Todesliste“. Einen versuchten Anschlag hat sie überlebt. Trotzdem will sie nicht aufgeben und weiter ihr Land verteidigen.

https://www.amnesty.de/schutz-fuer-nonhle-mbuthuma?ref=24276